Alumni Spotlight: Prof. Dr. Kay Weidenmann

Wir sprechen mit dem Leiter des Bereichs Polymer Engineering am Fraunhofer ICT und W3-Professor am KIT über seine Studienzeit an der Universität Stuttgart und welchen Rat er für Studierende hat.

Portrait von Kay Weidenmann ©
Prof. Dr. Kay Weidenmann studierte von 1998-2003 Werkstoffwissenschaft an der Universität Stuttgart.

Stellen Sie sich und Ihre aktuelle Tätigkeit kurz vor. Wer sind Sie – und was begeistert Sie heute an Ihrer Arbeit?

Ich bin Alumnus der Werkstoffwissenschaft an der Universität Stuttgart und habe meine Diplomarbeit 2003 am Max-Planck-Institut für Metallforschung an.

Meine Dissertation im Fach Werkstoffkunde an der Universtiät Karlsruhe (TH) aus dem Jahr 2006 trägt den Titel »Werkstoffsysteme für verbundstranggepresste Aluminiummatrixverbunde«. Nach einem Forschungsaufenthalt an der EPFL in Lausanne baute ich eine Arbeitsgruppe zum Thema "Hybride Werkstoffe und Leichtbau" auf.

Nach dem Ruf an die Universität Augsburg auf den neugegründeten Lehrstuhl "Hybride Werkstoffe" war ich zuletzt als Vizepräsident für Forschung, Digitales und Technologieallianzen tätig. Heute leite ich am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie in Pfinztal den Bereich "Polymer Engineering" - in Personalunion als W3-Professor am Karlsruher Institut für Technologie.

Nach einem Ausflug in die "reine" Hochschuladministration freue ich mich heute, als Leiter eines großen Forschungsbereichs nicht nur organisatorisch tätig zu sein, sondern auch die flexible und digitalisierte Kunststofftechnologie mit einem kompetenten Team gemeinsam zu beforschen.

 

Welche Erfahrung aus dem Studium prägt Sie noch bis heute?

Ich habe viele engagierte Hochschullehrerinnen und -lehrer an der Universität Stuttgart erlebt. Mir ist daher bis heute wichtig, dass die Lehre als Instrument wahrgenommen wird, junge Menschen für ein Fach und unsere Forschung zu begeistern.

 

Drei Worte, die Ihre Studienzeit an der Uni Stuttgart beschreiben.

Familiär, lange Wege (Ich habe Werkstoffwissenschaft studiert, der damals von nur rund einem Dutzend Studierenden pro Jahrgang belegt wurde. Dazu kam, dass wir anfangs noch in der Innenstadt Vorlesungen hatten sowie in Vaihingen und in Büsnau. Da war der SSB steter Begleiter im Studium.)

 

Welche Aha-Momente im Job hätten Sie gern schon im Studium gehabt?

Sicherlich die Erkenntnis, dass auch im Studium das Pareto-Prinzip manchmal zu effizienterem Arbeiten führt und dass man nicht immer alles perfekt machen kann. Es kann durchaus sinnvoll sein, erst mal ins „Machen“ zu kommen, statt zu lange darüber nachzugrübeln, was der beste Weg zum Ziel sein könnte.

 

Was war Ihr erster Eindruck von der Universität Stuttgart an Ihrem ersten Tag als Student?

Wir hatten damals zu Beginn des Studiums ein Kick-off-Meeting mit Kommilitonen und Dozenten. Das war allerdings nicht am allerersten Tag. Aber das war eine Veranstaltung, nach der ich mich sehr willkommen und auch an der Universität Stuttgart angekommen fühlte.

 

Gibt es eine Lektüre (oder auch ein Film/anderes Medium), die Ihren beruflichen oder persönlichen Weg nachhaltig beeinflusst hat?

Es gibt da sicherlich nicht „die“ Lektüre, aber viele Fachbücher aus dem Studium begleiten mich als Nachschlagewerke auch heute noch. Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass es damals eine CD-ROM „Matter on CD ROM“ gab, die heute leider so nicht mehr verfügbar ist. Es handelte sich um die erste interaktive Software, mit vielen Animationen um werkstoffwissenschaftliche Sachverhalte zu erklären. Das war für die damaligen Verhältnisse toll gemacht und mir immer Ansporn, Dinge im Unterricht möglichst interaktiv und anschaulich zu gestalten.

 

Was würden Sie Student*innen, die kurz vor Ihrem Abschluss stehen auf den Weg geben?

Vertrauen Sie in ihre Kompetenzen! Wir leben im ständigen Wandel und im Moment in besonders unsteten Zeiten. Doch auf dem im Studium erworbenen Wissen und den Kompetenzen lässt sich immer aufbauen – egal, was kommt. Daher ist ein guter „Plan B“ für alle Fälle sinnvoll.

 

Ihr Lieblingsort auf dem Campus?

Durch das Pendeln war der Campus mehr „Durchgangsstation“ als Aufenthaltsort. Wenn aber etwas Zeit war, war ich gerne in der Buchhandlung auf dem Vaihinger Campus, die es heute leider nicht mehr gibt. Unvergessen sind auch die Mittagspausen auf der Treppe in der Seestraße – aber diesen Campusteil gibt es heute nicht mehr. Damit sieht man auch, dass die Universität Stuttgart im stetigen Wandel ist. Abseits des Campus war einer meiner Lieblingsplätze der Eugensplatz, nicht nur wegen des Blicks über die Stadt, sondern wegen der dortigen Eisdiele.

 

Was würden Sie der Universität für die Zukunft auf den Weg geben?

Die Universität Stuttgart war immer schon sehr innovativ – in der Forschung, in der Zusammenarbeit mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen und auch in der Etablierung „neuer“ Studiengänge. Ich wünsche mir, dass die „University of Cleverly Hills“ weiter den Mut besitzt, mit innovativen Ideen Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft zu finden.

 

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