Die hier veröffentlichte Fassung ist eine deutsche Übersetzung. Die englische Originalversion finden Sie hier.
Was hat Sie an die Universität Stuttgart geführt und was ist Ihre derzeitige Tätigkeit?
Ich kam mit der Absicht nach Deutschland, in mein Heimatland Sudan zurückzukehren und dort zu einem nachhaltigen Ressourcenmanagement beizutragen – insbesondere im Wassersektor. Dies führte mich dazu, meinen M.Sc. in Water Resources Engineering and Management (WAREM) an der Universität Stuttgart zu absolvieren.
Während meines Studiums wurde mir bewusst, dass wirklich nachhaltige Lösungen weit über den Bereich des Ingenieurwesens hinausgehen und die Integration sozialer und wirtschaftlicher Dimensionen erfordern. Kurz nach meinem Masterabschluss erhielt ich eine Anschubfinanzierung, um eine unternehmerische Reise zu beginnen, die sich auf eine soziale Wasserinnovation im Sudan konzentriert.
Seitdem habe ich multidisziplinäre Expertise in den Bereichen Nachhaltigkeit, Innovation und systemisches Denken entwickelt. Derzeit arbeite ich als Regenerative Sustainability and Innovation Advisor in der MENA-Region mit einem Schwerpunkt auf nachhaltigen Städten, ESG-Strategien und der Umsetzung wirkungsvoller, werteorientierter Initiativen.
Was ist Ihre prägendste Erinnerung an Ihre Zeit an der Universität?
Meine Zeit an der Universität Stuttgart war unglaublich reich an Erfahrungen. Ich engagierte mich aktiv im Intercultural Program und bei den Aktivitäten des Internationalen Zentrums, wurde zur Kurssprecherin gewählt und wirkte im Vorstand von IAHR mit.
Eine meiner prägendsten Erfahrungen war die Exkursion unseres Masterstudiengangs – ein Roadtrip durch Europa. Wir reisten von Stuttgart über die Niederlande und Belgien durch die französische Landschaft bis nach Paris, bevor wir nach Deutschland zurückkehrten. Unterwegs erkundeten wir die Wassersysteme verschiedener Länder und bauten gleichzeitig als wirklich internationale Gruppe enge Verbindungen auf.
Es war sowohl eine akademische als auch eine persönliche Reise, und ich bin besonders unserer Studiengangskoordinatorin Anne Weiss dankbar dafür, dass sie dafür gesorgt hat, dass die WAREM-Studierenden weit mehr als nur akademische Erfahrungen sammeln konnten.
Welche überraschende Erkenntnis haben Sie während Ihres Studiums in Stuttgart gewonnen, die Sie bis heute begleitet?
Meine Zeit in Stuttgart war transformativ – nicht nur beruflich, sondern auch persönlich. Als sudanesische Frau, die vor ihrem Umzug nach Deutschland nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Sudan gelebt hatte, hat diese Erfahrung meine Sicht auf die Welt und auf mich selbst verändert.
Stuttgart wurde zu meinem ersten „gewählten Zuhause“, wo ich neue Perspektiven entdeckte und ermutigt wurde, Ideen einzubringen und Initiative zu ergreifen. Ich erlebte aus erster Hand, wie ein unterstützendes Umfeld persönliches Wachstum, Kreativität und positive Wirkung ermöglichen kann.
Diese Erkenntnis ist mir geblieben: Bedeutungsvolle Veränderung hängt nicht nur vom Aufwand ab, sondern auch vom Umfeld. Wenn ich heute etwas bewirken möchte, frage ich mich daher zuerst, ob das Umfeld diese Veränderung ermöglicht oder verhindert.
Wie hat Ihr Studium in Stuttgart Ihre berufliche und/oder persönliche Entwicklung beeinflusst?
Mein Studium in Stuttgart hat mir gezeigt, dass ich zu weit mehr fähig bin, als ich einst geglaubt habe. Es hat mir geholfen, mich selbst ohne Grenzen zu sehen.
Dort wurde mir klar, dass ich mein Leben und meine Karriere aktiv gestalten möchte, anstatt sie einfach passiv auf mich zukommen zu lassen. Ich begann, bewusster einen Weg zu verfolgen, der für mich sinnvoll und erfüllend ist und mit meinen Werten übereinstimmt.
Stuttgart war der Moment, in dem ich wirklich begonnen habe, meinen eigenen Weg selbst in die Hand zu nehmen.
Welchen Rat würden Sie internationalen Studierenden geben, die derzeit an der Universität studieren?
Gestaltet eure Zeit bewusst – sowohl innerhalb als auch außerhalb der Universität.
Engagiert euch in interkulturellen Programmen, besucht Veranstaltungen, erkundet die Stadt und knüpft Kontakte zu Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen. Nehmt an Sprachaustauschen teil, reist durch Europa, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt, und bleibt neugierig auf alles, was euch umgibt.
Zieht außerdem in Betracht, durch studentische Nebenjobs praktische Erfahrungen zu sammeln – nicht nur als finanzielle Unterstützung, sondern auch, um neue Einblicke zu gewinnen und euch persönlich und beruflich weiterzuentwickeln.